The Pursuit of Happiness

Wusstet ihr,dass das Streben nach Glück als ein originäres und individuelles Freiheitsrecht in der Bill of Rights steht und somit als Grundrecht einklagbar ist?

Erstaunlich oder?Doch was ist solch ein „Grundrecht“ heute wert?Ist es überhaupt realistisch Glück als ein Recht anzusehen?Und was ist eigentlich Glück?

Die Wissenschaft geht derartigen Fragen schon lange nach,egal ob in der Psychologie,Philosophie,Neurobiologie,Soziologie oder aber in der Ökologie.

In jedem der genannten Bereiche gibt es zahlreiche Studien und Erkenntnisse,fundiertes Wissen und auf der anderen Seite jedoch gleichzeitig eine Menge Fragezeichen.

Aus der Neurobiologie wissen wir,dass bestimmte Botenstoffe zum Beispiel die berühmten  Endorphine oder Neurotransmitter wie Serotonin oder Dopamin  durch die Ausübung verschiedenster Aktivitäten ( vom Schokolade essen bis Sex ) ausgeschüttet werden.

Ist Glück bzw. das Empfinden von Glück also lediglich eine chemische Formel die nach der immer gleichen Rezeptur funktioniert?Schwer zu glauben,denn wir fühlen uns in unserer Ganzheit als geistige Wesen.Wir Denken eigenständig,,empfinden und handeln.Es würde wohl das halbe Menschenbild auf den Kopf stellen wenn man davon ausginge jede einzelne Empfindung basiere auf ein paar chemischen Abläufen…

Jeder ist seines Glückes Schmied,so heißt es im Volksmund.Jedoch kann eine winzige Variable ausreichen und das so sehr angestrebte Glück zerplatzt wie eine Seifenblase.Die Äußeren Faktoren,das Umfeld,die Situation in der man sich befindet spielen also eine tragende Rolle auf der ewigen Suche nach dem Mehr.

Generell unterscheidet man drei Arten von Wohlbefinden in Verbindung mit Glück,wovon aber lediglich zwei relevant für die Glücksforschung sind.Zum einen das emotionale Wohlbefinden,das „Glücklichsein im Moment“ welches man bestimmt am häufigsten antrifft.Es hält einen Moment lang an,vielleicht auch ein wenig darüber hinaus.Wenn einem jemand eine Postkarte aus Indien schickt,jemand sagt „Du siehst heute aber hübsch aus.“ oder man eine Eins in der Mathe Klausur hat dann ist das emotionales Glück,man freut sich,hat Erfolg oder zumindest einen Teilerfolg.

Als kognitives Glück  bzw. Wohlbefinden dagegen wird etwas lang anhaltendes bezeichnet.Ein dauerhaftes Gefühl der Zufriedenheit mit dem Leben oder dauerhafter Empfindung von Glück.Hier findet eine Abwägung zwischen dem was man hat und dem was man will statt.

Man sieht also,dass Gefühle eine ebenso tragende Rolle spielen oder sie gar das Glück an sich sind.Sie sind verkörperte Informationen,die uns sehr schnell mitteilen ob wir etwas gut finden oder nicht.Es geht um Erfolg / Nichterfolg bzw. Glück / Unglück.Gefühle helfen uns dabei Entscheidungen zu treffen,im besten Fall sogar dabei glücklicher zu werden…

In der Utilitarismustheorie von Jeremy Bentham und John Stewart Mill heißt es „Streben nach Lust,vermeiden von Unlust.“ – Glück / Unglück.Mill ging ebenfalls davon aus,dass es zwei Arten von Menschen gibt,die mit „höheren“ Fähigkeiten welche stets nach Vollkommenheit und Glück streben,diese jedoch nie finden und die mit „niederen“ Fähigkeiten welche keine Vorstellung von Glück haben und somit leichter zufriedenzustellen sind.

An sich mag die Theorie halbwegs plausibel klingen,jedoch ist sie behaftet mit Vorurteilen,denn niemand kann sagen wer wie viel Pech oder Glück hat.Und noch weniger hat man das Recht über andere Menschen und ihre Fähigkeiten zu urteilen.

Man kann wohl nicht wirklich sagen was Glück ist.Es ist tatsächlich so etwas wie eine chemische Formel,nur kann niemand sagen was genau sie enthält oder wie viel man von den Zutaten braucht.Es sind zu viele Faktoren die Einfluss haben,es ist zu viel von allem.Und doch ist Glück das wunderbarste Gefühl das man haben kann.Man sollte es deshalb so lange festhalten und bewahren wie es nur geht.

Ein Mensch,der vorgibt nur durch seine Habe glücklich zu sein lügt.Niemand ist glücklich alleine durch Geld oder andere materialistische Werte.Der Mensch strebt zwar von Natur aus nach Anerkennung seines Gleichen aber ebenso nach emotionalen Bindungen.Man kann der reichste Mensch der Welt sein,wenn man niemanden hat mit dem man seine Ideen,seinen Reichtum und all das Andere teilen kann ist man doch im Herzen der ärmste Tropf.

Eine Zeit lang galten die Menschen auf Costa Rica und auch die Menschen auf Vanuatu als die glücklichsten der Welt.Und warum?Vermutlich weil sie noch nicht vergessen haben was es heißt Mensch zu sein.Sie haben nichts und sind dennoch glücklich,so glücklich wie es nur geht.Es ist bewundernswert und sollte als Beispiel dienen.Der Großteil der Menschen ist nur deshalb so unglücklich weil er vergessen hat was Glück bedeutet,weil es selbstverständlich scheint Dinge zu besitzen.Es ist wie ein Machtspiel bei dem es keinen Gewinner gibt weil alles im Materialismus und in der Oberflächlichkeit und im ständig steigenden Druck versumpft.

Es ist Zeit aufzuwachen.Es ist Zeit zu verstehen.Es ist Zeit zu handeln.Es ist Zeit etwas zu ändern.Es ist Zeit wieder Mensch zu sein.

Ein Mensch jedoch, der nicht völlig entfremdet ist, der noch immer empfindsam geblieben ist und noch fühlen kann, der noch nicht den Sinn für Würde verloren hat, der noch nicht käuflich ist, der am Leiden anderer selbst noch zu leiden vermag, der noch nicht vollständig in der Existenzweise des Habens lebt, kurzum jemand, der noch Person geblieben und nicht zum Ding geworden ist, ein solcher Mensch kann nicht anders, als sich in der heutigen Gesellschaft einsam, ohnmächtig und isoliert zu erleben.

Erich Fromm.

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~ von jayjaysuperschnitzel - April 19, 2012.

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